Die Herstellung

Die traditionelle Freskomalerei ist eine Technik der Wandmalerei, bei der man ausschließlich naturbelassene Materialien verwendet. Eine Atelierwand wird mit frisch (“fresco”) aufgetragenem Putz, der aus Löschkalk, Sand und Marmorpulver besteht, vorbereitet. Auf diesen noch nassen Putz malt der Künstler die Freske mit Wasser angemischten Pigementfarben (Erdfarben). Die Durchführung verlangt große Fertigkeit und rasche Ausführung. Der Künstler muss die Eigenschaften der Materialien genau kennen, denn die aufgetragene Farbe auf den feuchten Putz läßt die endgültigen Farbnuancen erst erkennen, wenn das Fresko getrocknet ist. Die Farbpigmente verbinden sich mit dem feuchten Putz. Durch die Trocknung kristallisiert die Oberfläche des Freskos, es bilden sich Karbonate und die Farben sind somit fest fixiert. Dies garantiert der Freske eine unbeschränkte Dauerhaftigkeit, sie ist lichtbeständig, Wetter- und Wasserfest.

Diese schon zu alten Zeiten bekannte Technik ist in der frühen Renaissance und insbesondere durch GIOTTO und MASACCIO verfeinert worden. Weltbekannt sind die Fresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle.

Die Übertragung

Nun erfolgt die Übertragung der gemalten Freske auf eine Leinwand. Schon im achtzehnten Jahrhundert benutze der italienische Künstler ANTONIO CONTRI die Technik des “Strappo d´Affresco”, um ein Fresko in einem Kirchenschiff durch Leinenabriss auf eine Leinwand zu übertragen.

Dies geschieht in zwei Etappen:

Die bemalte Putzfläche (Fresko) wird mit einem warmwasserlöslichen Tierleim überstrichen und dann mit einem dünnen Tuch abgedeckt. Sobald der Klebstoff getrocknet ist, wird das Tuch mit einem Ruck von der Wand gerissen. Die gemalte Freske haftet somit dem Tuch als Negativ an.

Jetzt wird das Fresko als Positiv auf die endgültige Leinwand übertragen. Auf der Rückseite der Freske wird eine feste Leinwand mit nichtwasserlöslichen Leim aufgeklebt. Nach ca. 24 Stunden Trockenzeit löst man das vordere Tuch dann vorsichtig mit warmen Wasser ab. So erhält man den endgültigen Abzug des Freskos auf einer Leinwand. Diese wird dann auf einen Schichtholzrahmen gespannt und vom Künstler vervollständigt. Dieses Verfahren, geannt “Callicot” vermittelt dem Fresko seine antike und ästhetische Wirkung und seinen originalen und aussergewöhnlich dekorativen Charakter.

Fresken - Die Technik
Freskenmotive: Personen